29.11.2015

[Musik] Sonntagslieder #129

11:46 0 Comments
Das gute an Formaten ist ja, dass sie wenig Kreativität erfordern und daher mit möglichst geringem Arbeitsaufwand in die Welt rausgehauen werden können. Und was für faule und nicht innovative Youtuber gilt, kann natürlich auch und vor allem in der Blogger-Welt angewendet werden. Obwohl 'faul' in meinem Fall eigentlich nicht so richtig zutrifft. Aber vielleicht rede ich mir das auch nur ein, um mein ohnehin schon instabiles Seelenleben nicht noch mehr zu belasten.

Jeeeeeedenfalls war die vergangene Woche musiktechnisch mal wieder voller Highlights, sodass es mir ganz schrecklich schwer fällt, überhaupt drei Lieder aus dem Topf rauszupicken. Dafür sind aber die Bands ziemlich schnell und ohne Diskussion klar. Denn mit dem liebsten Schwesterherz war ich in dieser Woche auf einem wundervollen Konzert und wie der aufmerksame Leser weiß: überzeugt mich eine Band live, läuft sie nach dem Konzert in meiner Playlist rauf und runter. Mindestens eine Woche lang. Und je nach Tagesform länger und generell auch immer wieder. Und da selbst mein kritisches, sowohl Vorband als auch Hauptact nicht kennende Schwesterlein begeistert wurde, steht außer Frage, was seitdem bei uns rauf und runter läuft.

Halbmond
Tonbandgerät


Liebste Textstelle:
Ich hab immer nur halb verstanden,
Wie so viel enden kann, nur weil irgendetwas geht.
Ich verlier langsam was ich kannte,
Weil das so nicht in den Skripten steht.


Vorher leben 
Domi, bade!


Liebste Textstelle:
Tut mir leid, denn ich bin leider viel zu viel unterwegs,
Ich trinke viel zu viel Schnaps und brauche zu viel Kaffee.
Ich bin im besten Alter und auf dem allerbesten Weg.
Zwar keine Ahnung, wohin, aber nicht das Ziel ist das Werk.


Sekundenstill
Tonbandgerät


Liebste Textstelle:
Wir haben uns mal geschworen, wir werden nie erwachsen. 
Wir werden einfach älter und den Rest werden wir lassen. 
Und ich glaub, das kriegen wir auch sehr gut hin.



Nummer 1 hat mich beim ersten Mal hören doch tatsächlich fast zum Weinen gebracht, was eindeutig für die Qualität des Lieds steht. Und während ich diesen Text hier schreibe, klimpert (äähm, spielt wunderschön) meine Schwester dieses Lied auf der Gitarre. Und mit Nummer 2 und 3 kann ich mich grad einfach sehr gut identifizieren - da ist die liebste Textstelle auch eher stellvertretend für den ganzen Text ♥

18.11.2015

Leserückblick Oktober 2015

07:30 0 Comments
Um den guten Vorsätzen direkt auch inhaltlich etwas folgen zu lassen, schiebe ich sehr verspätet den üblichen Statistik-Post hinterher. Allerdings bedurfte auch dieser wieder einer kleinen Umstrukturierung, von der ich mir aber noch nicht sicher bin, ob wir hiermit schon bei der finalen Version angekommen sind. Das wird sich im Laufe der Zeit noch zeigen.

Gelesene Bücher

Cassandra Clare - Clockwork Princess (3/5) Hier lang zur Rezi
Sebastian Fitzek/Michael Tsokos - Abgeschnitten (3,5/5) Hier lang zur Rezi
Rebecca Gablé - Das Lächeln der Fortuna (5/5) ♥ Monatshighlight ♥ Hier lang zur Rezi
Eva Menasse - Quasikirstalle (3,5/5) Hier lang zur Rezi

//2615 Seiten insgesamt // 3,8 Wölkchen Durchschnittsbewertung //


Gelesene Artikel
Der abschließende Artikel einer interessanten und komplexen Essay-Reihe, in der das Konzept Europa aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird. Gerade auch in Anbetracht der aktuellen Ereignisse einen Blick wert. 

Über engagierte Literatur (Die Zeit Magazin, 03.11.15)
Harald Martenstein gehört zu den Leuten, mit denen ich zwar nicht immer einer Meinung bin, die ich aber gerade deswegen umso mehr bewundere. In dieser Kolumne über die Funktion von Literatur stimme ich allerdings absolut zu.

Reaktionen auf das Youtube-Handy (Chip online, 22.10.15)
Einige werden vielleicht mitbekommen haben, dass unter den sich selbst vermarktenden Youtubern eine ganz besonderes Glück mit einem fleißigen Management hat, denn Bibi bringt nicht nur Kosmetik, sondern auch eine Theme-Handy auf den Markt. Während die Produkte eher langweilig bis irrelevant sind, machen die Twitter-Reaktionen darauf schon mehr Spaß. Häppchenweise aufbereitet in diesem Artikel.


Diverses
Im Oktober hatte mich die Leseflaute offensichtlich noch nicht erreicht, sodass neben allem, was man so täglich liest, um up-to-date zu bleiben oder sich zu entspannen, noch weitere Buchstaben in ihrer semantischen Kombination von mir erfasst wurden. Nämlich Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten.
Eigentlich bin ich in diesem Gebiet absolut nicht bewandert, aber der sich stetig verschlechternde Zustand meiner Haut hat mich dazu gezwungen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen und mich ein bisschen weiterzubilden. Mit Erfolg! Zwar kann ich nach wie vor nicht sagen, ich wüsste, was die einzelnen Stoffe tun oder nicht tun, aber immerhin habe ich nun ein wenig Übersicht darüber, was in meinem Gesicht Irritationen hervorruft. Dieses Waschgel links im Bild übrigens nicht. Dafür brennt es in den Augen. Aber man kann nicht alles haben. Wenn ich demnächst davon erblindet bin, kann ich es auch wieder wechseln, dann sehe ich die Pickel in meinem Gesicht, die andere Waschgele verursachen ja nicht mehr ;D

15.11.2015

[Musik] Sonntagslieder #128

10:52 2 Comments
Sätze wie "Still ist es hier auf dem Blog im Moment" oder "Ich konnte leider schon länger nichts mehr posten, weil..." sind ja etwas, was ich für mich eigentlich kategorisch ausschließe. Die Posting-Lücke ist ja schließlich ziemlich offensichtlich und bedarf keiner eigenen Erwähnung. Zumal ich generell dagegen bin, inhaltliche Leere mit sich selbst zu kompensieren. Wenn man Nichts mit Nichts füllen will, kommt bekanntlich nur noch mehr Nichts heraus - sofern man Nichts überhaupt steigern kann. -- Notiz an alle Hobby-Mathematiker: in der realen Welt wir aus Negativ x Negativ leider nur äußerst selten Positiv. --

Dennoch kann ich mich des Reflexes nicht erwehren, wenigstens ein bisschen an Erklärung für die aktuell sehr ruhige Lage hier zu liefern. Wenn auch hauptsächlich als kleine Bestandsaufnahme und Reflektionsplattform für mich selbst. Obwohl ich mich selbst wohl kaum über die allgemeine Schreibblockade aufklären muss, die seit drei Wochen sowohl den Blog, die Master-Arbeit und diverse andere Schreibkompetenz erfordernde Aktivitäten meines Alltags sabotiert. Vor allem gegen Jahresende kommt manchmal einfach zu viel zusammen, das geistige Präsenz erfordert, und das hat irgendwann seinen Preis. Bei mir schlägt sich das nun leider in einer absoluten Verweigerungshaltung nieder, die zuweilen stärker als das Pflichtempfinden ist und deshalb einfach alles liegen lässt. Nach nun einer Woche bewusster (Denk-)Pause habe ich aber glücklicherweise das Gefühl, es geht wieder bergauf. Zumindest lässt der Anfall von Renovierungsbedarf bezüglich des Haus des Wahnsinns darauf schließen. Denn als erste Amtshandlung habe ich gleich mal die Sonntagslieder ein bisschen reformiert.

Dirty little Secret
The All American Rejects


Liebste Textstelle:
Who has to know 
When we live such fragile lives? 
It's the best way we survive 
I go around a time or two 
Just to waste my time with you 

Dance, Dance
Fall Out Boy


Liebste Textstelle:
Weighed down with words 
Too over-dramatic 
Tonight it's a "Can't get much worse" 
And a "No one should ever feel like"

Hurra
Die Ärzte


Liebste Textstelle:
Gestern ging es allen dreckig, heute geht es steil bergauf. 
Jeder hat sechs Richtige - alle sind total gut drauf. 
Europa, Asien, Afrika, Australien und Amerika: 
Friede, Freude, Eierkuchen - alle singen jajajaaaaa.  


Praktischerweise habe ich für dieses Mal Lieder rausgesucht, die relativ platte Texte haben (abgesehen selbstverständlich von den Ärzten; da werden die Ironie und Vielschichtigkeit des Textes selbst ohne Zusammenhang durchaus deutlich). Jedenfalls trällern momentan eher softe Gitarren in meiner Playlist. Hauptsächlich, weil ich noch keine Lust auf die herbstwinterdepressiven melancholischen Lieder habe, die normalerweise um diese Zeit Einzug halten. Beziehungsweise erlaube ich den Einzug nicht, um die Stimmung hier wenigstens ein bisschen oben zu halten :D
Jedenfalls hoffe ich, dass es ab jetzt wieder besser klappt mit meiner Teilnahme an der Blogger-Welt. Einen schönen und gemütlichen Sonntag wünsche ich allerseits und bis ganz bald! ♥

08.11.2015

[Rezi] Kerstin Gier - Silber. Das ditte Buch der Träume

17:34 2 Comments
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Jugend, Fantasy
Reihe: Silber-Reihe, Teil III
Seitenzahl: 462



Teaser:
Er sollte nicht denken, dass wir Angst vor ihm hatten. Ich warf also nur einen kurzen, möglichst verächtlichen Jaguarblick auf die Worte "Carpe Noctem", die in die glatte Metalloberfläche seiner Tür gehämmert waren, da wandte ich den Kopf ab und scannte weiter die Umgebung.


*Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!*

Handlung
Dass sowohl von Arthur als auch von Anabel jeweils nach wie vor große Gefahr ausgeht, war ja zu erwarten. Dass diese beiden Probleme nicht die einzigen drohenden Dramen sind, die auf Liv Silber zurrollen, ebenfalls. Allerdings ist sie selbst daran nicht völlig unschuldig - zwar kann sie nichts dafür, dass Anabel völlig durchgeknallt und Arthur in ungesundem Maße rachsüchtig ist; und auch an der Sabotage der Hochzeitspläne ihrer Mutter durch das Bocker hat sie wirklich keinen Anteil. Das schlechte Gewissen, dass sie wegen einer nicht ganz so kleinen Lügengeschichte gegenüber Henry hat, ist allerdings ganz und gar ihr Verdienst. 
So hat sie also nicht nur an der Traum-Front weiterzukämpfen, wo Arthur einen wirklich schrecklichen Plan ausgeheckt hat, um sich an seinen ehemaligen besten Freunden zu rächen, sondern muss auch noch diverse zwischenmenschliche Probleme lösen. Und eins haben Traum und Wirklichkeit ja auch gemeinsam: mit ein bisschen Phantasie ist da schon viel geholfen!

Meine Meinung
Ja, was soll ich sagen? Teil I und II mochte ich wirklich gerne und habe deshalb den finalen Band der Trilogie freudig erwartet. Um dann ziemlich desillusioniert und ein bisschen enttäuscht zu werden. Denn die Geschichte ist extrem billig - es passiert im Grunde fast nichts und selbst der große Showdown ist nach 3 Sätzen vorbei. Ein Rätsel, wie das 400 Seiten füllen konnte.

Obwohl ich ganz so ungnädig eigentlich wirklich nicht sein möchte. Es ist ja auch nicht so, als hätte die Lektüre mir keinen Spaß gemacht - im Gegenteil ist der altbekannte und beliebte gier'sche Humor auch hier wieder sehr präsent und sorgt für einige Lacher. Vor allem Liv hat einen wirklich schön sarkastischen und trockenen Humor, der mit einer kleinen Prise Drama immer wieder erheiternde Momente mit sich bringt. Auch, wenn sie in diesem Buch an manchen Stellen mindestens überdreht, wenn nicht sogar überzeichnet dargestellt ist, macht es Spaß, die Geschichte aus ihrer Sicht zu verfolgen.

Generell finde ich die Figuren ganz passabel ausgestaltet. Sie sind halt ein bisschen sehr auf ihre Rolle reduziert: Henry, der ritterliche Freund, Grayson, der gutmütige Stiefbruder mit seiner Zwillingsschwester Florence als bösen Gegenpart und so weiter. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Dimension gewünscht; vor allem bei Mia sehe ich da nach wie vor einiges an Potential. Sie ist nämlich auch die einzige Figur, die die Handlung mal ein bisschen voran treibt. Aber leider tut sie das parallel zu der Schockstarre von Liv und Co, sodass der Leser davon nur wenig mitbekommt.

Und da wären wir auch schon wieder bei der großen Kritik. Die meiste Zeit der Geschichte verbringen unsere Hauptfiguren nämlich damit, festzustellen, wie schrecklich die Bedrohungen von Arthur und Anabel sind. Vor allem Arthur legt ein solches Dominanzverhalten an den Tag, dass er immer wieder noch einen drauf setzen muss, um zu beweisen, welche Fähigkeiten er durch die Traumwelt erhält. Und jedes Mal sind Liv, Grayson und Henry total schockiert, überrascht und verwirrt. Weil man damit ja jetzt wirklich nicht gerechnet haben kann.
Äh, doch. Es ist ja nicht so, dass Arthur irgendwas verheimlichen würde. Er legt alles ziemlich schnell ziemlich offen. Man könnte also was tun. Aber unsere Helden warten die meiste Zeit lieber erstmal ab. Nicht so gut - weder für sie, noch für den Spannungsbogen.

Die kleine Nebengeschichte mit Secrecy und dem TittleTattle-Blog ist tatsächlich der einzige Handlungsstrang, bei dem ich das Ende nicht vorhergesehen habe und der dadurch wenigstens ein bisschen spannend zu verfolgen war.

Insgesamt also eine eher ernüchternde Bilanz. 3 Wölkchen von mir.