08.11.2015

# Rezensionen

[Rezi] Kerstin Gier - Silber. Das ditte Buch der Träume

Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Jugend, Fantasy
Reihe: Silber-Reihe, Teil III
Seitenzahl: 462



Teaser:
Er sollte nicht denken, dass wir Angst vor ihm hatten. Ich warf also nur einen kurzen, möglichst verächtlichen Jaguarblick auf die Worte "Carpe Noctem", die in die glatte Metalloberfläche seiner Tür gehämmert waren, da wandte ich den Kopf ab und scannte weiter die Umgebung.


*Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!*Achtung! Spoilergefahr!*

Handlung
Dass sowohl von Arthur als auch von Anabel jeweils nach wie vor große Gefahr ausgeht, war ja zu erwarten. Dass diese beiden Probleme nicht die einzigen drohenden Dramen sind, die auf Liv Silber zurrollen, ebenfalls. Allerdings ist sie selbst daran nicht völlig unschuldig - zwar kann sie nichts dafür, dass Anabel völlig durchgeknallt und Arthur in ungesundem Maße rachsüchtig ist; und auch an der Sabotage der Hochzeitspläne ihrer Mutter durch das Bocker hat sie wirklich keinen Anteil. Das schlechte Gewissen, dass sie wegen einer nicht ganz so kleinen Lügengeschichte gegenüber Henry hat, ist allerdings ganz und gar ihr Verdienst. 
So hat sie also nicht nur an der Traum-Front weiterzukämpfen, wo Arthur einen wirklich schrecklichen Plan ausgeheckt hat, um sich an seinen ehemaligen besten Freunden zu rächen, sondern muss auch noch diverse zwischenmenschliche Probleme lösen. Und eins haben Traum und Wirklichkeit ja auch gemeinsam: mit ein bisschen Phantasie ist da schon viel geholfen!

Meine Meinung
Ja, was soll ich sagen? Teil I und II mochte ich wirklich gerne und habe deshalb den finalen Band der Trilogie freudig erwartet. Um dann ziemlich desillusioniert und ein bisschen enttäuscht zu werden. Denn die Geschichte ist extrem billig - es passiert im Grunde fast nichts und selbst der große Showdown ist nach 3 Sätzen vorbei. Ein Rätsel, wie das 400 Seiten füllen konnte.

Obwohl ich ganz so ungnädig eigentlich wirklich nicht sein möchte. Es ist ja auch nicht so, als hätte die Lektüre mir keinen Spaß gemacht - im Gegenteil ist der altbekannte und beliebte gier'sche Humor auch hier wieder sehr präsent und sorgt für einige Lacher. Vor allem Liv hat einen wirklich schön sarkastischen und trockenen Humor, der mit einer kleinen Prise Drama immer wieder erheiternde Momente mit sich bringt. Auch, wenn sie in diesem Buch an manchen Stellen mindestens überdreht, wenn nicht sogar überzeichnet dargestellt ist, macht es Spaß, die Geschichte aus ihrer Sicht zu verfolgen.

Generell finde ich die Figuren ganz passabel ausgestaltet. Sie sind halt ein bisschen sehr auf ihre Rolle reduziert: Henry, der ritterliche Freund, Grayson, der gutmütige Stiefbruder mit seiner Zwillingsschwester Florence als bösen Gegenpart und so weiter. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Dimension gewünscht; vor allem bei Mia sehe ich da nach wie vor einiges an Potential. Sie ist nämlich auch die einzige Figur, die die Handlung mal ein bisschen voran treibt. Aber leider tut sie das parallel zu der Schockstarre von Liv und Co, sodass der Leser davon nur wenig mitbekommt.

Und da wären wir auch schon wieder bei der großen Kritik. Die meiste Zeit der Geschichte verbringen unsere Hauptfiguren nämlich damit, festzustellen, wie schrecklich die Bedrohungen von Arthur und Anabel sind. Vor allem Arthur legt ein solches Dominanzverhalten an den Tag, dass er immer wieder noch einen drauf setzen muss, um zu beweisen, welche Fähigkeiten er durch die Traumwelt erhält. Und jedes Mal sind Liv, Grayson und Henry total schockiert, überrascht und verwirrt. Weil man damit ja jetzt wirklich nicht gerechnet haben kann.
Äh, doch. Es ist ja nicht so, dass Arthur irgendwas verheimlichen würde. Er legt alles ziemlich schnell ziemlich offen. Man könnte also was tun. Aber unsere Helden warten die meiste Zeit lieber erstmal ab. Nicht so gut - weder für sie, noch für den Spannungsbogen.

Die kleine Nebengeschichte mit Secrecy und dem TittleTattle-Blog ist tatsächlich der einzige Handlungsstrang, bei dem ich das Ende nicht vorhergesehen habe und der dadurch wenigstens ein bisschen spannend zu verfolgen war.

Insgesamt also eine eher ernüchternde Bilanz. 3 Wölkchen von mir.

Kommentare:

  1. Hmm, ich kann nicht sagen, dass ich überrascht bin, dass das Buch nicht SO DER BURNER ist, wie ich das von Smaragdgrün erwartet habe (was ja doch ziemlich cool war so als letzter Band). Ich finde die Reihe ja generell total süß, aber doch durchschnittlich. Deshalb ringe ich grad auch mit mir, ob ich mir den >20€ Preis überhaupt geben möchte oder nicht doch auf ein Mängelexemplar warte. Andererseits hätte ich die Bücher mal gerne vollständing, so oder so sehen die ja einfach grandios aus ;) Und wie das mit Secrecy endet, interessiert mich ja doch - außerdem bin ich Liv und Grayson shipperin. Hoffe, das wird noch was :P
    ♥ Ley

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    1. Zumindest hier wirst du keine Spoiler finden, also musst du dazu schon in die Bücher schauen. Aber ehrlich gesagt, würde ich an deiner Stelle echt auf n Mängelexemplar warten und das Geld in anderen Büchern anlegen. Ich hatte mir die komplette Reihe sowieso ausgeliehen, von daher hatte ich das Problem gar nicht. Obwohl der dekorative Aspekt natürlich nicht zu verachten ist :P

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