25.04.2016

[Rezi] Arno Strobel - Das Rachespiel

Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Thriller
Seitenzahl: 332



Teaser:
Das Bild, das nach wenigen Sekunden erschien, glich dem, das Frank bei seinem ersten Besuch auf der Website am Vortag gesehen hatte. Die ausgemergelte Gestalt auf dem Boden, die überfüllten Käfige mit den Ratten.




Handlung
Im Leben von Frank ist gerade alles ziemlich perfekt: er führt eine harmonische Beziehung mit seiner Frau und sogar mit seiner Teenager-Tochter versteht er sich gut. Außerdem hat er es mit seiner Software-Firma mittlerweile geschafft, sich wirtschaftlich stabil zu positionieren. Es könnte zur Zeit also nicht besser laufen. Doch eines Tages erreicht ihn ein Umschlag, der nicht weiter als einen USB-Stick enthält. Dieser Stick führt Frank zu einer Internetseite, die ihn zum Zeugen eines grausamen Mordes macht. Im Anschluss daran wird er dazu aufgefordert, an einem mysteriösen Spiel teilzunehmen, um weitere Morde - unter anderem und vor allem an seiner Familie - teilzunehmen. Er muss mit drei Mitspielern die gestellten Aufgaben lösen, sonst verlieren nach und nach weitere Personen ihr Leben. Und diese Mitspieler sind keine Unbekannten für Frank, sondern alte Freunde aus Kindertagen, die es nicht umsonst nicht in seine Zukunft geschafft haben.
Alle vier lassen sie sich auf das gefährliche Spiel ein und begeben sich damit nicht nur in die Hände eines offensichtlichen Psychopathen, sondern müssen auch traumatische Erlebnisse ihrer Jugend neu durchdenken. Denn eins ist sicher: was die vier damals getan haben, holt sie nun nach 30 Jahren der Verdrängung endgültig ein.

Meine Meinung
Man hört und liest ja viel positives von Arno Strobel, dass ich es mir natürlich nicht nehmen lassen konnte, auch mal einen Thriller von ihm zu lesen. Leider leider kann ich mich den lobenden Worten nicht wirklich anschließen, hatte ich mit diesem Buch doch eher eine durchschnittliche Geschichte vor mir, die mich weder fesseln konnte, noch den gewünschten Thrill-Effekt hervorrief.

Beginnen wir doch einfach mal am Anfang: da erhalten vier Leute von einer unbekannten Quelle eine psychopathische, gewaltvolle Botschaft. Werden indirekt Zeugen eines Mordes. Und werden dann dazu aufgefordert, sich in einem alten, verlassenen Atombunker zu treffen. Und gehen dann da rein!! Einfach so! Gut, die Polizei wollten sie nicht einschalten, damit diese Sache von vor 30 (!) Jahren nicht rauskommt und für gewaltigen Wirbel sorgt. Alles klar. Ich bin zwar kein Jurist, fand aber schon bevor ich die Faktenlage kannte, dass sie dieses Risiko durchaus hätten eingehen können. Zumindest, wenn die Alternative ist, von einem Psychopathen mit Rattenfetisch in einem Bunker eingeschlossen zu werden.
Also: die Geschichte ging schon mit einer sehr schlechten Ausgangsposition an den Start. Und ich muss sagen, es wurde leider nicht besser. Im Grunde erleben wir eine niedergeschriebene und etwas weichgespültere Version der Saw-Filme. Die Protagonisten sind von der Außenwelt völlig abgeschottet und müssen diverse Aufgaben erfüllen, um am Ende der Nacht lebend aus der Geschichte rauszukommen. Dabei ist von Anfang an klar, dass von den vieren nur zwei überleben können. Denn das sind die Spielregeln.

Die Figuren sind ganz in Ordnung - bei diesem Genre gibt es ja selten eine wirklich tiefgehende Figurenkonzeption und auch hier ist das nicht der Fall. Trotzdem haben sie alle einen eigenen, relativ stark ausgearbeiteten Charakter. Was aber nichts daran ändert, dass sie sich ausnahmslos in ihrer Rolle bewegen und ihre Handlungen sehr schnell sehr vorhersehbar waren.

Vorhersehbar war auch das Ende, das mich nicht nur nicht überrascht, sondern in seiner Kürze und Appruptheit sowohl inhaltlich wie auch formal eher enttäuscht hat. Außerdem war es wirklich konstruiert und einfach gefühlt sehr lieblos gestaltet.

Insgesamt hat das Buch mir zwar meine Busfahrzeit ein bisschen verkürzt, aber die erhoffte Spannung hat es mir nicht gebracht. Leider gibt es dafür nur 2 kleine Wölkchen.


1 Kommentar:

  1. Kürzlich habe ich "Der Trakt" von Arno Strobel als Hörbuch gehört, weil ich den Autor mal kennenlernen wollte. Man sieht die Cover ständig und vermutet eigentlich ganz passable Thriller. Meine Rezension dazu ist ähnlich ausgefallen. Es ist ein bisschen Thrill für Zwischendurch, aber auch nicht mehr. Wahrscheinlich werde ich zu keinem weiteren Werk des Autors greifen.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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