07.05.2016

# Rezensionen

[Rezi] Petra Hülsmann - Hummeln im Herzen

Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Liebsroman
Seitenzahl: 394




Teaser:
Und dann war er plötzlich da. Freitag, der 24. Juni. Heute war mein dreißigster Geburtstag. Heute hätte ich heiraten wollen. Happy Birthday, Lena.





Handlung
Gibt es etwas schlimmeres, als eine Woche vor der Hochzeit von seinem Verlobten wegen einer anderen verlassen zu werden? Vermutlich. Dennoch hilft der Vergleich mit vermeintlich schlimmeren Schicksalen Lena auch nicht weiter, als ihre ganze Welt einschließlich ihrer Zukunftspläne in sich zusammenstürzt, weil Simon ihr seine Liebe zu Cordula gesteht und die Hochzeit absagt. Lena zieht zu ihrem Bruder in dessen Chaos-WG und hat damit nicht nur ihre beste Freundin Juli, sondern auch den besten Freund ihres Bruders Ben als neue Mitbewohner. Und als würde das noch nicht reichen, verliert sie außerdem kurz danach ihren Job und findet sich vor den Trümmern ihrer Existenz als kleines Häufchen Elend wieder. Sie fühlt sich wie die letzte Versagerin und versinkt für einige Zeit in Selbstmitleid.
Doch weil auch das nichts bringt, beschließt sie kurzerhand, ihr Leben völlig neu aufzuzuziehen und stellt dafür einen wohldurchdachten Plan und diverse Listen auf. Ihre Ziele: einen Job in der PR-Branche, einen neuen Mann und vor allem eine charakterliche Generalüberholung. Doch wie das mit Plänen nunmal so ist - am Ende kommt doch alles ganz anders, als man denkt.

Meine Meinung
Gut, der letzte Satz der Handlungszusammenfassung ist ein bisschen gelogen. Denn eigentlich kommt es am Ende des Romanes ziemlich genau so, wie man es von Anfang an ahnt. Aber Lena selbst liest ja nicht mit, also ist es für sie durchaus überraschend.

Im Grunde genommen haben wir hier mit diesem Buch einen typischen Liebes-/Frauenroman, wie er sich ja nur selten in meine Hände verirrt. Aber ich muss sagen, dass mich die Lektüre bei aller Vorhersehbarkeit und den stereotypen Figuren doch sehr unterhalten hat. 
Lena ist so eine typische Identifikationsfigur, die sich jede Frau wie eine Stretchhose überstreifen kann. Tollpatschig, unsicher, mit diversen Macken - ich vermeide das Wort "Neurose", obwohl es durchaus angebracht wäre - und dennoch einer liebenswerten Art und einem spritzigen Humor. Nachdem ihr gewohntes Leben vorbei ist, erhebt sie sich raus aus ihrer Komfortzone und beginnt, endlich selbstständige Entscheidungen zu treffen. Sie lernt viele neue Leute kennen und schafft sich innerhalb eines Jahres ein neues, zugegebenermaßen chaotisches, Zuhause voller Wärme und Zuneigung.

Einzig mit der Liebe hapert es halt. Und das, obwohl wir als Leser sehr schnell wissen, wer der ideale Mann für Lena ist. Nur die muss das erst noch herausfinden und dieser Weg ist lang. Aber dafür hat Lena genug Zeit, um sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten - also der Möglichkeiten einer relativ stereotypen Figurenkonzeption - von einem weinerlichen Häufchen Elend in eine selbstbewusste, mehr oder weniger toughe junge Frau zu entwickeln.
Sehr hilfreich dabei ist Ben, der ihr bereitwillig Auskunft darüber gibt, welche Garderobe, welches Make-Up und welches Verhalten anziehend auf Männer wirkt. Und das tut er selten, ohne Lena auf irgendeine witzige Art zu beleidigen. Die Dialoge zwischen den beiden gibt der Geschichte wirklich Schwung und hat mich ernsthaft mehr als einmal wirklich zum Lachen gebracht.

Insgesamt würde ich das Buch als nicht so platt wie viele seiner Genre-Genossen einordnen. Die Figuren sind zwar von dem fürsorglichen Elternersatz, über den windigen aber weisen Bekannten, bis hin zu den unsympathischen Kurzzeitbeziehungen relativ standardmäßig besetzt, aber dennoch auf eine teilweise überzeichnende Art und Weise mit Geist versehen, dass ich die Lektüre wirklich genießen konnte. Als schönes Buch für zwischendurch, wenn man einfach mal ein bisschen abschalten will, vergebe ich 3 gute Wölkchen.

1 Kommentar:

  1. Hi!
    Das Buch hab ich noch auf dem SUB. Ich bin gespannt wie es mir gefällt.
    Lg Sonja

    AntwortenLöschen