03.07.2016

# L(i)ebenswert # Schufterei

Wie ich die Sinnhaftigkeit der Geometrie erkannte

Manchmal wird man ja von einem Geistesblitz getroffen, der einen gefühlt einen riesigen Schritt näher an den Zustand der ewigen Weisheit bringt. Solche erleuchtenden Momente bringen bei mir für gewöhnlich folgende Gedankengänge mit sich:

Immobilien tragen ihren Namen deshalb, weil sie unbeweglich - eben nicht mobil - sind!
Bei den Simpsons ist Gott die einzige Figur mit 5 Fingern an jeder Hand; alle anderen haben nur 4!

Manchmal ist der Erkenntniswert dann aber doch ein wenig höher und verschiebt das für mich etablierte Weltbild tatsächlich ein bisschen mehr als dass er nur die berühmten Schuppen von meinen Augen fallen lässt. So begab es sich jüngst, dass sich meine Wohnstätte um ein paar Kilometer verlagern musste. Im Zuge dessen standen nicht nur einige organisatorische Fragen im Raum, die es möglichst effizient zu lösen galt (eine meiner großen Kernkompetenzen. Nicht.), sondern auch diverse Möbelkäufe. Und Möbelaufbauten. Und Möbel-im-Zimmer-Arrangements. Als Raumplanungsvollprofi - schließlich sehe ich mir regelmäßig Zuhause im Glück und diverese weitere Sendungen dieses Formates an - habe ich selbstverständlich einen maßstabsgetreuen Grundriss meines neuen Zimmers und der intendierten Möbel angefertigt. Und aus diesem ging klar und deutlich hervor, dass der Kleiderschrank und das Bett exakt ! an einer Zimmerseite nebeneinander stehen können. Auf den Millimeter genau! 

Überraschenderweise entspricht diese Berechnung auch wirklich den Tatsachen, sodass das typische Chaos des Vermessens und des daraus entstehenden Improvisierens ausblieb. Was ich allerdings nicht bedacht habe war, dass durch die bereits bestehende Regalanordnung das Bett nur dort aufgebaut werden konnte, wo es auch letztendlich stehen sollte. Und das war nun mal zwischen Schrank und Wand. Pressgenau quasi. Wie allerdings Schrauben und Dübel und ähnliches Gekröse in dieser Anordnung festgezogen und reingehämmert werden sollen, war eine Frage, die sich sowohl meinen fleißigen, tollsten Helfern, als auch mir erst ziemlich spät stellte. Sozusagen erst dann, als das Kopfteil stand und für die Montage des Fußteils eigentlich kein Platz mehr war. 
Doch was taten die schlauen Menschen? Sie schätzten Winkel ab, montierten in Schräglage, hoben Bettgestelle über Schränke und schafften es letzten Endes tatsächlich unfall- und katastrophenfrei dieses Bett an seiner geplanten Stelle zu platzieren. Daraus ergeben sich zwei sehr wichtige Dinge:

1. Irgendwie klappt das meiste schon
2. Nicht alles, was man im Matheunterricht lernt, geht an der Lebensrealität vorbei

Wie sehr gerade letzteres mein Wertesystem in Frage stellt, muss ich wohl kaum jemandem beschreiben. Wobei ich natürlich nicht grundsätzlich den Unterricht in Mathematik in Frage stellen möchte, sondern eher die praxisfernen Aufgabenstellungen. 

Jedenfalls ist es mit Hilfe einfacher geometrischer Gesetze gelungen, mein Zimmer fertig zu möblieren, und das hat mich sehr gefreut. Mehr als das. Ein Scheitern hätte mich vermutlich ziemlich direkt in den Nervenzusammenbruch geführt, der sich seit Anfang der Woche angekündigt und am Wochenende teilweise sowieso schon entladen hatte. Denn die Wahrheit ist: Umziehen ist der Horror. Vor allem, wenn man planlos und grundsätzlich verwirrt ist.
Aber nun ist das Grobe geschafft und es kann nächste Woche endlich mit dem Feinschliff losgehen: Deko! ♥
Und ich bin sicher, dass ein paar Geometrieskills auch dabei von großem Nutzen sein werden!

Kommentare:

  1. In solchen Gedankengängen wie dem mit den Immobilien erkenne ich mich wieder :D.
    Ich habe neulich überlegt, ob Apps wohl Bans hießen, wenn Apple Banana hieße... bis mir aufgegangen ist, dass App gar nicht von Apple sondern von "application" kommt...

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    1. Hahaha! :D :D Genau sowas meinte ich :D

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  2. Wunderbar! Ich hab beim Lesen echt vor mich hingekichert :)

    Mein Papa pflegte ja immer zu sagen - "Man lernt nicht für die Schule sondern fürs Leben" und ich habe diesen Satz früher so sehr gehasst :D

    Aber viele Dinge haben natürlich doch irgendwie ihren Zweck erfüllt!

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    1. Das hat mein Mathelehrer auch immer gesagt und nie hat ihm jemand geglaubt :D
      Zumindest wird logisches und vernetztes Denken in der Schule gefördert (manchmal), das muss man auch den vermeintlich realitätsfernsten Aufgaben zu Gute halten :D

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