11.12.2016

[Gerede] Überlegungen zu Ratgeberliteratur

Manchmal wehrt man sich vehement gegen Dinge und weiß eigentlich gar nicht so genau, warum. Meistens liegt das an Vorurteilen, die man gegen eben diese Dinge hegt und von denen man nicht loskommen kann oder möchte.

So geht es mir grundsätzlich mit so genannter Ratgeberliteratur oder Selbsthilfeliteratur. Zwar habe ich noch nie ein Buch gelesen, das in diese Kategorie passt, aber dennoch hege ich eine starke, offensichtlich unfundierte Abneigung dagegen. Dabei ist es vermutlich ebenso logisch zu sagen "Ich mag keine Ratgeberbücher", wie zu sagen "Ich mag keinen Salat" - einfach, weil es so viele verschiedene Salate gibt und es Unsinn ist, grundsätzlich alles abzulehnen, nur weil es eben Salat heißt.
Genauso verhält es sich auch mit der hier thematisierten Literatur, die ich Zeit meines Lebens immer nur schief angesehen habe. Ähnlich wie deren Leser. Und das ist gar kein böser Wille, aber Ratgeberbücher haben für mich einen sehr negativen Beiklang. Oder doch zwei. Zum Einen halte ich viele dieser Bücher einfach für unseriös. Titel wie "Kuriere dich selbst mit Heilerde" oder ähnliches lassen mich einfach an der Zurrechnungsfähigkeit des Autoren zweifeln. Abgesehen davon, dass ich es für gefährlich halte, Laien alternative Selbstbehandlungsmethoden vorzuschlagen - sei es physisch oder psychisch - weisen viele Autoren auch offensichtlich nicht die nötigen Kompetenzen auf, um solche Tipps zu geben.
Zum Anderen ist neben der Unseriösität der Autoren auch immer ein bisschen Stigmatisierung bei der Leserschaft im Spiel. Solche Bücher brauchen doch nur Leute, die nicht selbstständig und reflektiert genug sind. Oder die keine "echten" Ratgeber in ihrem Leben haben. Deshalb müssen sie auf Bücher zurückgreifen, um diese Lücken zu füllen. Oder nicht?
Natürlich nicht. Vielleicht sind es auch einfach Leute, die mal einen neuen Denkanstoß brauchen oder generell ihren Horizont erweitern möchten und mit Hilfe eines solchen Buches ihre Denkweise und Lebensführung nochmal mit ein wenig Abstand beleuchten wollen. Und das ist doch eigentlich nie verkehrt - wie gerade ich als Geisteswissenschaftlerin wissen müsste.

Wie komme ich eigentlich zu diesen Gedankengängen? Mir wurde ein Buch vererbt, das eindeutig in die Kategorie der Ratgeberliteratur fällt. Beim kurzen Durchblättern fand ich es tatsächlich ziemlich inspirierend. Ich werde es also auf jeden Fall lesen - zwar nicht mit dem Ziel, meine (eingebildeten oder realen) psychischen Probleme zu lösen, sondern aus Interesse. Keine Ahnung, ob der Autor kompetent ist, aber er scheint ganz spannende Sachen zu schreiben. Und am Ende ist es doch eigentlich egal, wer der Autor ist und warum man solche Bücher liest. Wenn sie einem irgendwas mitgeben, irgendjemandem helfen oder irgendwie zum Nachdenken anregen, dann haben sie - auch wenn es vermutlich nie zu meinem Lieblingsgenre gehören wird - doch durchaus eine Existenzberechtigung.

Kommentare:

  1. "Kuriere dich selbst mit Heilerde" xD
    Solche Titel kann ich dann auch nicht ernstnehmen.
    Ich habe generell ein ähnliches Problem mit diesem Genre wie du. Ich mag allerdings "Ratgeber" die irgendwie lustig sind oder von Leuten geschrieben wurden, die wirklich Ahnung haben. Bücher von Psycholog*innen über ihre Fachgebiete finde zB spannend.
    Man muss diese Bücher halt einfach als Theorie oder Idee sehen und nicht als die ultimative Wahrheit, dann können sie sicher hilfreich sein. Im Studium lernen wir zB auch grad gefühlt nur Theorien, keine Fakten ^^.

    Übrigens habe ich tatsächlich bis letztes Jahr keinen Salat gegessen, überhaupt keinen. Ich hab sogar dazu gesagt "Ich esse nichts, was Salat heißt.", um genau dem Argument "Es gibt doch aber auch Obstsalat oder Nudelsalat." vorzubeugen ^^.
    Mittlerweile esse ich Nudelsalat und Kartoffelsalat wieder.

    Liebe Grüße :),
    Charlie

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    1. Fachbücher zählen da für mich auch nicht unbedingt rein. Aber ja, solche populärwissenschaftlichen Bücher, die allgemeinverständlich geschrieben sind und nicht unbedingt etwas lehren wollen, finde ich auch ganz spannend. Da gibt es so einen feinen Grad, der eingehalten werden muss :D

      Ich kenne mehrere solcher Salat-Verächter, daher das Beispiel! :D Eine mir völlig unverständliche Abneigung, aber sie ist weit verbreitet xD

      Liebe Grüße zurück :)

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  2. Interessant - auch ich habe den Eindruck, dass diesem Literaturbereich so ein negativer Beigeschmack anhaftet.
    Viele dieser "Ratgeber" Titel sind mir dann einfach einen Hauch zu esoterisch und das wird eben leider auch schnell verallgemeinert. Wahrscheinlich müsste man dem ein oder anderen Titel einfach eine Chance geben, denn interessante Denkanstöße kann so ein Buch durchaus geben.
    Ich erinnere mich an eine Szene aus Sex and the City, als sich Charlotte ein Selbsthilfebuch besorgen wollte. Da wurde dann das Klischee sehr deutlich dargestellt, die Frauen die weinend in der Abteilung stehen und sich in Selbsthilfe-Bücher wie "Aufwachen, dein Leben wartet" einlesen. Um nicht als eine solche abgestempelt zu werden, kauft Charlotte das Buch kurzerhand bei Amazon.

    Wenn du das deine gelesen hast, informier uns doch einfach darüber, ob es Sinn macht seine verallgemeinerte Meinung zu revidieren :)

    Alles Liebe <3

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    1. Wie soll es bei solchen manipulierenden Filmszenen auch anders sein? Da wird uns der negative Beigeschmack ja fast eingeflößt :D Aber ich stehe solchen esoterischen, den Zeigefinger erhebenden Büchern nach wie vor sehr distanziert gegenüber und das wird sich sicher auch nicht so schnell ändern.
      Aber ich schau mal, was mir nach der Lektüre meines Buches auf-/ und einfällt :)

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  3. Huhu =)
    Hast du vielleicht Lust bei einer Percy Jackson Team Challenge mit zu machen und für Camp Halfblood oder Camp Jupiter Ruhm, Ehre und Punkte zu sammeln?
    Am Ende gibts auch ein Percy Jackson Überraschungspaket zu gewinnen =)
    Alle Infos hier: http://miss-page-turner.blogspot.de/p/blog-page_14.html

    LG Miss PageTurner

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