05.11.2017

# Garten

Wortmagie und Klangkunst



Wenn sich eine bunte Menge
bestehend aus Freunden des geschriebenen Wortes, des komplex konstruierten Satzes und des Zaubers eines wohlkomponierten Textes
zusammenfindet,
kann nur eine grandiose Schlacht bevorstehen, für die
Kampfpoeten und Wortritter ihre Federkiele gewetzt und ihre Stimmbänder geölt, die Texthemden angelegt und das Visier geschlossen haben und bereit sind
für ein Duell, an dessen Ende kein Verlierer stehen wird, sondern nur Gewinner.
Denn egal, wer am Ende den Whiskey mit nach Hause nehmen darf, jedem auf, vor und hinter der Bühne wurden Texte geschenkt und Gedanken mitgebracht, an denen sich erfreut, erkannt oder erzürnt werden kann. 
Besondere Talente schaffen besondere Worte schaffen besondere Momente schaffen den Poetry Slam.


"Endlich!", schoss es mir durch den Kopf, als ich zum erste Mal die Ankündigung eines hochkarätig besetzten Poetry Slams in meiner Nähe vernommen hatte. Bisher nur selten in den Genuss einer solchen Veranstaltung gekommen, aber auch mit weniger bekannten Slammern restlos begeistert und überzeugt von dem Konzept dieses modernen Dichterwettbewerbs, war meine Freude riesengroß, einen etwas größeren Slam mit auch außerhalb der Szene bekannten Gesichtern besuchen zu können. 

Hoch angesetzt waren meine Erwartungen, restlos überzeugt war ich am Ende von den Moderatoren, die souverän und charmant durch den Abend führten, den Teilnehmern, die alleine für den Mut, auf einer Bühne einen Teil ihres Seelenlebens zu entblößen, Bewunderung verdienen und den Texten, die ehrlich, lustig, nachdenklich, sarkastisch und alles zusammen waren und das gesamte Publikum über drei Stunden hinweg wundervoll unterhalten haben. Die einzige Tragik bei diesen Wettbewerben ist immer, dass es eben genau das ist: ein Wettbewerb, sodass von diesen extrem gelungenen und fast unmöglich miteinander zu vergleichenden Texten eine Wertung vorgenommen und ein Sieger ermittelt werden muss. Aber das macht auch ein wenig die Stimmung aus, die, ohnehin schon aufgeputscht durch die Auftritte der Künstler, durch das Mitfiebern und drängende Erwarten des Jury-Urteils noch euphorisierter wird. Wenn mich meine Wahrnehmung nicht trügt, würde ich behaupten, dass das Publikum fast mehr bebt und bangt als die Kandidaten selbst. Und das schöne ist einfach, dass trotz allem nicht nur der Wettkampf im Mittelpunkt steht, sondern Text und Vortrag des selben. 

Einen kleinen Happen habe ich hier für euch herausgesucht:

Wenn auch nicht  mit diesem Text, war ich sehr glücklich darüber, diese Slamerin auch einmal live sehen zu können.

In conclusio: wer sich noch nie mit Poetry Slams beschäftigt hat, sollte es unbedingt einmal tun. Und wer die Chance hat, einem "Kampf der Giganten" beizuwohnen, sollte diese Gelegenheit unbedingt wahrnehmen - denn die Damen und Herren sind nicht umsonst auf der Bühne!

Kommentare:

  1. Yeahhh!

    Ich liebe ja Poetry Slam sehr sehr sehr. Leider war ich nun schon länger nicht mehr, aber zum Glück ist in meiner Heimat relativ regelmäßig was geboten. Ich war sogar schon mal auf der deutschen Meisterschaft.

    Ich bin einfach immer wieder erstaunt wie Profis und auch Laien ihre Gedanken in Worte fassen und diese dann obendrein auch noch super rüber bringen.

    Ich kann dir also nur zustimmen - es ist immer wieder ein Genuss in diese ganz eigene Welt einzutauchen. <3

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    1. Das ist natürlich mega cool - solche große Slams habe ich bisher nur bei Youtube verfolgt. Aber irgendwann bietet sich sicher auch für mich mal die Gelegenheit :)

      Das ist wirklich richtig beeindruckend! So viel Talent auf einem Fleck, einfach großartig :D

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