07.01.2018

# Garten

Bereit für 2018



Zu einem jeden Jahresanfang sprudelt die Welt über von guten Vorsätzen, von "nächstes Jahr wird alles anders" und "New year, new me!". Dieser Welle folgt absolut zuverlässig und konsequent eine Weitere Flut von Standard-Sätzen - meist schon nach den ersten 36 Stunden. "Ach, es regnet, ich kann bei dem Wetter nicht raus joggen", "Aber der Kühlschrank ist leer, wo sonst soll ich essen, wenn nicht bei BurgerKing?!" "Hm die Tasche ist reduziert, so ein Angebot lass ich mir doch wegen eines Weniger-Kaufen-Vorsatzes nicht durch die Lappen gehen!". So schnell können die neuen Menschen wieder in ihren alten Trott zurückfallen und gute Vorsätze für unrealistisch befinden, brechen und komplett über Bord werfen.
Auch ich bin davon natürlich nicht gefeit. Ha! Im Gegenteil! Warum auch müssen gute Vorsätze immer auf Verzicht, Einschränkung oder Unbequemlichkeit gegründet sein? Ist doch klar, dass da keiner lange mitmacht! Deshalb war mein einziger Vorsatz auch viele Jahre lang, einfach nur konstant weiterzuatmen - was ich auch immer sehr diszipliniert durchgezogen habe!

Allerdings hat sich im vergangenen Jahr für mich und in meinem Kopf so viel verändert, dass ich nun doch wieder ein paar Punkte habe, die dieses Jahr erfüllt, erreicht und verändert werden müssen. Dabei steht an erster Stelle der Vorsatz, diese Punkte nicht wie ein Kaufverbot zu bewerten, sondern lieber ein bisschen mehr wie das Atmen. Auch, wenn sie auf den ersten Blick nicht ganz so genuin lebensnotwendig erscheinen, sind sie doch unerlässlich für meine Lebensqualität und damit doch irgendwie auch ziemlich wichtig. Die Erfahrungen der letzten Jahre hat mich gelehrt, dass ich Dinge aus anderen Gründen anpacken muss, als ich es mit Vorsätzen in der Regel getan habe. Ich will etwas verändern - und zwar nicht, weil Schokolade ungesund und Sport machen wichtig ist. Ich will etwas verändern, weil es mir nicht mehr so gut damit geht und ich mich weigere zu akzeptieren, dass das so bleibt.

Der erste und wichtigste Punkt für dieses Jahr ist meine berufliche Zukunft. Ich habe mich zwischen der universitären Laufbahn - die ich mehr oder weniger bereits angetreten habe - und der freien Wirtschaft zu entscheiden. Eigentlich ist diese Entscheidung bereits gefallen; es gilt nur noch, auch die Konsequenzen zu ziehen. Das wird mein Jahresstart sein und es wird sich wohl oder übel noch herausstellen, ob es eine gute oder eine schlechte Idee war. 
Alles was dann noch auf der Liste steht, erscheint mir dagegen eigentlich wie ein Zuckerschlecken. Und das ist es auch. Denn im Großen und Ganzen habe ich mir für 2018 vorgenommen, nach einer recht harten Zeit das Leben wieder mehr zu genießen: mehr frisch kochen und dabei experimentieren - mehr Konzerte besuchen - mehr Ausflüge in die Natur machen - mehr den besten Menschen sagen, dass sie die besten Menschen sind - vieles entspannter und alles wert- und vorurteilsfreier angehen und das Leben so ein wenig unkomplizierter machen.
Es geht mir nicht darum, durch Verzicht von Genuss (Schokolade, auf dem Sofa liegen, Bücher kaufen,...) einem vermeintlich gesellschaftlich anerkannten Ziel hinterherzurennen. Im Gegenteil: ich will mehr genießen - das ist mein Vorsatz für 2018. Und ich bin bereit, ihn umzusetzen!

Wie ist es bei euch? Habt ihr Vorsätze zu einem neuen Jahr? Und haltet ihr diese in der Regel? Oder glaubt ihr gar nicht dran und lasst lieber gleich die Finger davon?

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