18.09.2012

# Rezensionen

[Rezi] Alex Flinn - Beastly

Erscheinungsjahr: 2010
Originaltitel: Beastly
Genre: Jugendbuch/Fantasy
Seitenzahl: 329


Teaser:
Als ich nach Hause kam, brannte das Licht in meinem Zimmer. Merkwürdig. Wahrscheinlich hatte Magda dort sauber gemacht und vergessen, es auszumachen.
Aber als ich die Tür öffnete, saß die Hexe auf meinem Bett.




Handlung
Was passiert, wenn man arrogant ist und seine Mitschüler grob und fies behandelt? Eine Fee taucht auf und verwandelt einen in ein haariges Biest. Zumindest wenn man ganz viel Pech hat. So wie Kyle zum Beispiel. Er ist der verwöhnte Sohn eines berühmten Nachrichtensprechers, wohnt in New York, bekommt von seinem Vater jeden materiellen Wunsch erfüllt, und sieht auch noch super aus. Geld und tolles Aussehen haben ihm bisher jede Tür geöffnet und gerade auf zweiteres verlässt er sich.. Zu den weniger reichen und schönen Mitschülern ist er gehässig und fies. Als er sich dann mit Kendra, einem dicken Mädchen, einen gemeinen Scherz erlaubt, verwandelt sich diese in eben jene Fee, die Kyle eine Lektion erteilen will. Sie bewirkt, dass er zu einem tierähnlichen, hässlichen Ungetüm wird. Diesen Fluch kann er nur brechen, wenn er seine wahre Liebe findet - was sich als schwierig gestaltet, denn mit diesem Aussehen würde er eine Massenpanik auslösen, sollte er sich in die Öffentlichkeit wagen.

Meine Meinung
Das Märchen "Die Schöne und das Biest" neu aufgelegt und in die heutige Zeit versetzt - das klingt doch schonmal super. Natürlich kennt man den Verlauf der Geschichte schon und hat dementsprechend wenig überraschendes von dem Buch zu erwarten, doch trotzdem ist es ein kurzweiliges Leseerlebnis. Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach und knackig, sodass man das Buch sehr schnell durchgelesen hat. Hier liegt sowohl eine Stärke, als auch meiner Meinung nach die große Schwäche des Buches. Gut ist diese Knappheit, weil es einfach keinen Raum für langatmige Passagen gibt - man kennt die Geschichte wie gesagt ja sowieso schon und daher bestünde bei zu viel Detailreichtum die Gefahr, dass die ohnehin schon wenig vorhandene Spannung noch weiter schwindet. Allerdings wirkt das alles dadurch auch ein bisschen lieblos und ist mir auch zu schwarz-weiß dargestellt. Kyle ist der schöne, reiche Sohn, der von seinen Eltern nie beachtet wurde und deshalb reagiert er seinen Frust an anderen ab. Die Geschichte ist aus seiner Sicht und in Ich-Form geschrieben, sodass man genauen Einblick in seine Gedanken bekommt. Manchmal gerade gegen Ende musste ich mich dann aber schon fragen, ob ein männliches Wesen mit nur einem Milligramm Testosteron im Körper wirklich jemals so etwas denken würde. Gerade gegen Ende hatte ich eher den Eindruck, dass es der Autorin mehr darum ging, ihrer Zielgruppe - jungen Mädchen mit romantisch-verqueren Vorstellungen - das zu servieren, was sie lesen will, anstatt eine authentische Entwicklung darzustellen. Mit nur halb soviel Kitsch und dafür ein bisschen ausgefeilterem innenern und äußeren Konflikt Kyles wäre wirklich viel gewonnen gewesen.
Alles in allem kann ich sagen, dass die Idee der Geschichte wirklich cool und das Buch eine nette Beschäftigung für zwischendurch ist, man allerdings noch viel mehr aus der Story hätte rausholen können. Von mir gibt's knappe 3 Wölkchen dafür.


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