17.05.2013

# Rezensionen

[Rezi] Simon Beckett - Kalte Asche

Erscheinungsjahr: 2012
Originaltitel: Written in Bone
Genre: Thriller
Reihe: David-Hunter-Serie, Teil II
Seitenzahl: 430

Teaser:
Der Sturm hatte einen Teil des Daches abgerissen. Was noch davon übrig geblieben war, hing gefährlich knarrend und schwankend herab, während der Wind sein Werk vollenden wollte. Wenn die Leiche im Inneren noch unbeschädigt war, dann würde sie es nicht mehr lange bleiben.



Achtung! Spoileralarm!*Achtung!Spoileralarm!

Handlung
Nach einem langen und schwierigen Fall sehnt sich David Hunter nach seiner Wohnung in London und vor allem nach Jenny, seiner Freundin. Doch auf dem Weg zum Flughafen erhält er einen Anruf, der seine Planung über den Haufen wirft. Ein neuer Fall wartet auf David und seine Anwesenheit ist unabkömmlich. Auf der abgelegenen Insel Runa wurde ein Leichenfund gemeldet und er soll nun dorthin fahren und klären, ob es sich um einen Unfall oder um Mord handelt. Sollte letzteres zutreffen, kommt sofort eine Mordkommission nach, doch da die Leiche von einem pensionierten Ex-Inspectors gemeldet wurde, hat der leitende Ermittler Bedenken, dass sich ein gelangweilter Rentner wichtig machen will. Der Fall klingt so interessant, dass David nach einigen Bedenken seine Zusage gibt und sich auf den Weg nach Runa macht. Um dort in eine skurille und gefährliche Geschichte verwickelt zu werden.

Meine Meinung
Vielleicht war es ein Fehler, den zweiten Band der David-Hunter-Reihe unmittelbar nach dem ersten zu lesen, denn so sind mir einige der Mechanismen, mit denen schon das erste Buch arbeitet, viel deutlicher aufgefallen.
Die Parallelen sind aber auch nicht wirklich subtil. Schon wieder landet David in einer von der Außenwelt quasi unberührten Gemeinde, in der sich alle kennen. Dort wird eine sehr stark verbrannte Leiche gefunden, was zuerst nur für den typischen Tratsch sorgt. Dann allerdings sickert durch, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine Mordermittlung handelt und die Dinge spitzen sich dramatisch zu, als der ominöse Täter daraufhin versucht, alle Beweismittel zu zerstören und die Ermittler unschädlich zu machen. Ein heftiger Sturm, der die Telefonleitungen lahm legt und eine Überfahrt von der Insel zum Festland und natürlich auch vom Festland zur Insel unmöglich macht, spielen dem Täter dabei in die Hände, denn das winzige Ermittlerteam, das aus David, 2 Polizisten und dem ehemaligen Inspector Brody besteht, kann weder die Beweise sichern, noch Verstärkung anrufen.
Spätestens nach einem zweiten Mord wird jedem auf der Insel klar, dass die Geschichte wirklich ernst ist. Und vor allem steht fest, dass der Täter definitiv aus der kleinen Gemeinde kommt.
Doch obwohl sich unter diesen Umständen eigentlich niemand mehr sicher fühlen kann und die Atmosphäre immer bedrohlicher wird, steht hier - anders als in "Die Chemie des Todes" - nicht die geladene Stimmung in der kleinen Gemeinde im Vordergrund. Der Fokus liegt eher auf den Ermittlungen, die schrittweise immer mehr Details ans Licht bringen. Die Kombinationsarbeit und die forensischen Untersuchungen Davids nehmen einen großen Raum der Geschichte ein. Gleichzeitig nimmt sich Beckett aber auch Zeit die Dynamik der Dorfgemeinschaft zu erklären und einige vom Schicksal gezeichnete Charaktere einzuführen. Gerade Brody fand ich in dieser Beziehung sehr faszinierend und relativ gut ausgearbeitet. Vor allem im Vergleich zu den übrigen (Neben-)Charakteren, die doch eher in ein bestimmtes Rollenmodell eingepasst waren und mehr oder wenige eindimensional wirkten. Da haben wir den ambitionierten Jungpolizisten, der total was auf der Pfanne hat und wegen seiner Unerfahrenheit noch ein bisschen Grün hinter den Ohren ist. Mit ihm kommt der alte, gelangweilte Chefermittler, der natürlich an der Flasche hängt und dem ständig dumme Anfängerfehler unterlaufen, die die Eskalation der Handlung stark vorantreiben. Ein bisschen stereotyp war die Figurengestaltung also. Aber zum Glück wie gesagt nur teilweise. David ist als Protagonist genauso gut ausgestattet wie im ersten Band, und auch andere Inselbewohner - zum Beispiel Maggie - sind mir in ihrer Konzeption sehr positiv aufgefallen.
Die Handlung springt von einem Höhepunkt zum nächsten und lässt sich dadurch gut und spannend lesen. Der Schreibstil ist ähnlich wie im Vorgängerband eine ziemlich perfekte Mischung aus wissenschafltich-analytischen Termini und rasanten, lockeren Passagen, sodass man immer gut durchkommt. Ganz so sehr konnte mich dieser zweite Teil trotzdem nicht überzeugen und bekommt deshalb von mir "nur" 4 Wölkchen.


1 Kommentar:

  1. Hi,
    die David Hunter Reihe lese ich wirklich, neben Rizzoli & Isles, sehr gerne. Der Band "Kalte Asche" gehört zu meinen Favoriten, im Gegensatz dazu hat mich der aktuell letzte Band "Verwesung" nicht ganz so überzeugt, was vor allem an der weiblichen, David Hunter zur Seite gestellten, Person lag.

    Ich habe es auch endlich geschafft, den Harry Potter TAG zu beantworten. Danach hatte ich direkt Teil 1 auf Englisch angeschaut ^^

    Liebe Grüße,
    Patricia

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