17.01.2018

# Garten

Kampf dem Winterblues!



Vielen geht es sicherlich genau wie mir: bis Silvester kann man sich trotz Regen, Schnee, Schneeregen, kalter und klammer Tage und vor allem der beständige Dunkelheit zwischen 16 Uhr und 8.30 Uhr noch durch die vielen bunten Lichter, die Kekse und die Aussicht auf Geschenke einigermaßen bei Laune halten. Aber spätestens wenn die Illusion der guten Vorsätze gemeinsam mit der Weihnachtsdeko wieder für ein Jahr unter dem Bett verschwinden, kommt wie ein überpünktlicher Besucher der Winterblues hereingeschneit und zieht die Stimmung deutlich herunter. Kein Ausweg ist in Sicht - bis zum März müssen wir und wohl oder übel dadurch quälen.

Als medienaffiner Mensch tut man in einem solchen Fall dann natürlich das, was man sowieso am allerbesten kann: mit einer Kuscheldecke und einem Tee bewaffnet auf sämtlichen Blogs und Youtube-Kanälen durchstöbern, wo nicht minder pünktlich wie der Winterblues tausende Tipps und Hacks gegen selbigen veröffentlicht werden. 
Was vielleicht guten und hübsch abfilmbaren Video-Content hergibt, ist oftmals nur bedingt in der Realität umsetzbar. Erstens, weil Youtuber immer eine Badewanne haben - ganz im Gegensatz zu mir - und zweitens, weil viele dieser Ideen durchaus gut gemeint und auch nützlich sind, aber leider viel Vorbereitung, Arbeit und Denken außerhalb der eingeschleiften Muster erfordern - alles Dinge, die ich zumindest in einer solchen Phase meide wie der Teufel das Weihwasser.

Nun habe ich allerdings ja schon ein paar Winterchen mehr mitgemacht und auch schon mehrere in einer sehr gedrückten Stimmung verbracht. Deshalb war ich ein bisschen besser vorbereitet und habe dieses Mal schon ab Herbst darauf geachtet, gewissermaßen eine Anti-Depri-Routine zu entwickeln und in einer noch positiven Stimmung zu etablieren, damit sich der Winterblues gar nicht oder zumindest nur sehr spät einschleicht. 
Ob dieser Plan gänzlich funktioniert, werde ich wohl erst in ein paar Wochen sagen können. Allerdings ist nicht zu leugnen, dass es mir bisher ungewohnt gut mit dem Winter geht. Man könnte sogar sagen, dieses Jahr zeige ich dem Winter die kalte Schulter.

Eindeutig das wichtigste für mich ist in dieser Winterzeit eine gute, vitaminreiche, bunte Ernährung. Wenns bunt aussieht, schmeckts auch bunt - und macht schon beim Kochen gute Laune. Generell ist es natürlich sowieso eine gute Idee, mit frischen Zutaten, viel Gemüse und wenig Fett zu kochen. Aber gerade in der Winterzeit, wo man auch gerne mal deftig und herzhaft zulangt, ist ein solcher Vitaminausgleich unverzichtbar. Während man im Sommer noch Erdbeeren snackt, wird es im Winter schnell mal der Rest des Schokonikolauses. Aber ich sage euch: Fett und Zucker im Übermaß schlagen so sehr auf die Stimmung - ich selbst habe das jahrelang unterschätzt. Und das muss gar nicht sein, denn es gibt so tolle Sachen im Winter: Mangold, Wirsing, Rotkohl und jede andere Art von Kohl, Feldsalat und natürlich leckere Kartoffeln haben jetzt Saison und lassen sich wundervoll verarbeiten. Das ist auch gar nicht immer zeitraubend und aufwendig - also ein perfektes Mittel, um erst gar keinen Vitaminmangel zuzulassen.

Was ja auch immer wieder viele Leute als Wundermittel empfinden, ist Bewegung an der frischen Luft. Aber sind wir doch mal ehrlich: ich finde es schon im Sommer schwierig, mir eine sinnvolle Beschäftigung vor der Haustür zu suchen, da werde ich nicht freiwillig aus dem Haus gehen, wenn es dort auch noch ungemütlich ist. Daher mein Pro-Tipp: Lüften. Kein Scherz. Verbarrikadiert euch im Bett, schaut Netflix ohne Ende, aber steht alle drei Stunden mal auf, dreht die Heizung runter und lasst für ein paar Minuten Sauerstoff zirkulieren. Macht euch währenddessen einen Tee und verzieht euch dann wieder unter die Decke. Das wirkt gegen das Versumpfungs-Gefühl und signalisiert dem Gehirn, dass es doch nicht bereits im Sarg unter der Erde vor sich hin modert - und das freut das Gehirn natürlich.

Last - but not least - chillt. Es ist ein blöder Tag, weil es pausenlos regnet, ihr Tageslicht seit Wochen nur aus dem Bürofenster gesehen habt und alle Menschen um euch rum nur lange Gesichter ziehen? Dann meckert. Seid schlecht drauf. Reagiert euch ab und schmollt. Es trägt nicht zur Stimmungshebung bei, wenn man gezwungen gute Miene zum bösen Spiel macht. Also einfach auch mal kurz schlecht drauf sein - dann kommt die gute Laune schon von selbst wieder. Und wenn nicht, kann man ja vielleicht wirklich mal diese ganzen Youtuber-Tipps ausprobieren: eine schöne Gesichtsmaske auftragen, viele Kerzen anzünden, sich die Fingernägel lackieren und immer dran denken: die Tage werden schon wieder länger und der März ist auch nicht mehr allzu weit weg! ♥

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